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Geschichte

Unsere Geschichte

Bewusst lebendig

Wir sind ein Familienbetrieb in der 3. Generation

Weiter unten können Sie die Geschichte unserers Hofes von 1901 bis 2010 lesen. Doch auch danach ist viel spannendes bei uns passiert.
Vor allem haben wir uns in dieser Zeit in unserer Tierhaltung sehr verändert. Es wurden alternative Haltungsformen bei Geflügel gesucht und ausprobiert und zusätzlich auch in das Tierwohl investiert. Hier ein Überblick:

  • 2011 haben wir das hofeigene Schlachthaus eingeweiht. Dadurch werden die Tiere vor Ort geschlachtet und müssen nicht transportiert werden.
  • 2014-2015 erweiterten wir unser Ställe mit Wintergärten. Alle Tiere können jetzt den Außenklimabereich nutzen.
  • 2014 Beginn der Produktion nach BTS Standart
  • 2015 Beginn der Produktion nach dem Tierwohl-Standart
  • 2017 Beginn unseres Onlineshops


Unser Hof, hat eine Interessante Geschichte. So wurde hier, glaubt man zumindest der Traktorfirma Hanomag, der Frontlader erfunden.

Tauchen Sie ein in die Geschichte unseres Hofes...

Die Anfänge

Anfang der 1870-er Jahre war das Gut entstanden, als der am Ortsrand von Bambergen gelegene, 60 ha große Brennerhof unter den Brüdern Matthäus und Josef Braunwarth aufgeteilt wurde.


Im Jahr 1901 übernahm Max Regenscheid den Betrieb. Regenscheid hatte einige Zeit in Chicago verbracht und war von dort mit einem großen Vermögen zurückgekommen. 1912 gab es auf dem Neuhof einen großen Brand, dem die Scheune zum Opfer fiel. 1917 verkaufte Regenscheid, inzwischen sechzig Jahre alt, seinen Besitz an Alfred Gauthier, der in Calw eine Fabrik für Fotoverschlüsse besaß. Max Regenscheid verstarb mit über achtzig Jahren nach einem Unfall im Krankenhaus Überlingen.

Gauthier erwarb auch den benachbarten Brennerhof und ließ beide Betriebe durch einen Verwalter leiten. Neben der Erweiterung der Höfe durch eine neue Feldscheune und eine Gärtnerei ließ er archäologische Untersuchungen und Grabungen durchführen, die Amphoren und Kleinteile aus der Römerzeit zutage förderten. Diese Funde sind heute im Museum Konstanz ausgestellt. 1926 wurde auf dem Brennerhof ein Dieselgenerator installiert, der beiden Höfen bis 1941 als einzige Stromquelle diente.

Die Motorisierung des Betriebes begann in den frühen 1930-er Jahren. Damals wurde allerdings noch kein Hanomag angeschafft, sondern zunächst einmal ein Lanz Bulldog. Die Kriegsjahre überstand der Betrieb relativ unbeschadet. Einen Einblick in den Alltag auf dem Neuhof zu dieser Zeit bietet das Buch Ein deutsches Kindertagebuch in Bildern 1933-45 von Margarete „Gretel“ Bechtold. Die Autorin war im Herbst 1944 als Erntehelferin auf dem Neuhof eingesetzt und hat in diesem Buch unter anderem den Briefwechsel mit ihrer Familie veröffentlicht.

Nach dem Krieg

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges siedelte die Familie Gauthier von Calw auf den Neuhof über. In den mageren Nachkriegsjahren bewirtschaftete sie den Hof mit einigen Helfern weiter und war damit auch einigermaßen erfolgreich. Einen Rückschlag brachte ein Großbrand, der nicht nur die Scheune, sondern auch die Getreideernte des Jahres 1947 vernichtete. Mit Hilfe von Freunden, Nachbarn und Behörden wurde jedoch bald wieder eine neue Scheune erbaut. Selbst der alte Bulldog, dessen Funkenflug das Feuer ausgelöst hatte, wurde wieder zum Leben erweckt. Nach dem Tod von Alfred Gauthier und seiner Frau wurde das Gut an Otto Merker verkauft, der es an die Hanomag verpachtete.

Hanomag

Der Kauf und die Verpachtung von Dr. Otto Merker war nötig, weil der Hanomag die Genehmigung zum Kauf des Hofes verwehrt wurde, wie sich aus erhaltenem Schriftwechsel ergibt. Offensichtlich hielt das badische Landwirtschaftsministeriumdie Hanomag für üble Bodenspekulanten. Eigentümer des Hofes war Dr. Otto Merker.
So besaß die Hanomag nun ein großes Gut in einer Gegend, die sich nicht nur klimatisch, sondern auch strukturell völlig anders als das heimatliche hannoversche Umland präsentierte. Die großen Rüben- und Getreidefelder des südlichen Niedersachsens sucht man in der von Obstbau und Viehwirtschaft geprägten Bodenseelandschaft vergeblich.
Gleich nach der Übernahme des Gutes machte man sich daran, den Neuhof grundlegend zu sanieren und zu modernisieren. Das Haupthaus, ein kombiniertes Wohn- und Wirtschaftsgebäude, wurde fast vollständig abgerissen. Auf seinen Fundamenten entstand ein hochmodernes Wohnhaus, das nicht nur Platz für die auf dem Hof beschäftigten Personen bot, sondern auch über Gästezimmer für das aus Hannover anreisende Versuchspersonal verfügte. Außerdem befand sich auch die Wohnung des Melkers und seiner Familie im Haupthaus.

Der gesamte Betriebshaushalt inklusive der Bewirtung der zahlreichen Gäste, der Verpflegung des Personals und der Arbeit im Küchengarten und auf dem Hühnerhof wurde von der Ehefrau des Verwalters und einem Hausmädchen geführt. Auch dieses umfangreiche Tätigkeitsfeld war Teil der Forschungen auf dem Neuhof. So wurde das ganze Haus nach Anregungen der Hauswirtschafts-Expertin Dr. von Brandt gestaltet und mit modernsten Einrichtungen und Geräten ausgestattet. Auch die damals in ländlichen Haushalten noch sehr ungebräuchliche Zentralheizung war ein interessantes Detail des neuen Gebäudes. Bei allem Fortschritt achtete man jedoch schon damals darauf, den traditionellen Baustil zumindest optisch in die Neuzeit zu retten. So ist die breite, weiß-braune Fachwerkfront des Haupthauses bis heute erhalten geblieben.
Natürlich war die Hanomag nicht angetreten, um den bäuerlichen Haushalt zu revolutionieren. Viel Größeres ließ sich mit hannoverscher Technik auf dem Hof und dem Feld bewegen. Dabei beschränkte sich die Forschungsarbeit auf dem Neuhof nicht auf den Einsatz der Hanomag-Schlepper und LFE-Geräte, sondern zeigte auch die Möglichkeiten neuer Technik in der Innenwirtschaft. So wurden grundlegende Tätigkeiten auf den Hof in so genannten „Arbeitsketten“ organisiert und anschaulich in Text und Bild dargestellt. Auch hier ging man über die technische Beschreibung der entsprechenden Tätigkeiten und Maschinen weit hinaus und untersuchte Sinn und Unsinn des Ersatzes von menschlicher durch Maschinenkraft.

Eine zentrale Rolle spielte der neu errichtete Milchvieh- und Rinderstall mit der angebauten Futterscheune, in der neben Heu auch Grünfutter und Runkeln gelagert wurden. Die eingebauten Futtersilos konnten mit Schlepper und Anhänger bequem von oben beladen werden. Zum Einstreuen der Ställe wurde gehäckseltes Stroh benutzt, das auf dem Dachboden des Stalles lagerte. Von dort aus wurde das Stroh durch vier Abwurfschächte bequem in den darunter liegenden Milchviehstall geschafft. Die Entmistung des Stalles übernahm eine mechanische Förderanlage, die den Mist hinaus auf die selbstverständlich gut mit Schlepper und Frontlader zu erreichende Dungplatte aus Beton transportierte. Die anfallende Gülle aus dem gesamten Bau wurde in einem unterirdischen Silo etwas abseits des Stalles gesammelt. Dieser Silo war mit einer Rohrsystem verbunden, durch das die Gülle wie mit einer Beregnungsanlage überall auf den Feldern verteilt werden konnte. Das Aufbauen und Bedienen der Anlage auf den weiter entfernten Feldern war aufgrund häufiger Missverständnisse zwischen dem Aufbauenden und dem Mann an der Güllepumpe eine abenteuerliche Angelegenheit und endete nicht selten damit, dass nicht nur das Feld, sondern auch der Feldarbeiter „gedüngt“ wurde.
Ein ganz besonderes Merkmal des Stalles war jedoch die schnurgerade durch das ganze Gebäude führende „Futterachse“, die durch die Scheune und über die Futtertische des Milchvieh- und des Rinderstalls führte. Auf ihr konnte man mit dem Schlepper durch das ganze Gebäude fahren und zum Beispiel frisches Futter verteilen, ohne den Schlepper zu verlassen. In der Ausgabe Nr. 14 der Kundenzeitschrift Hanomag in Wort und Bild vom Februar 1956 wird u. a. die Arbeitskette Frisches Grünfutter in Fotos gezeigt. Auch wenn die Zeitvorgabe von dreißig Minuten für den gesamten Vorgang sehr optimistisch erscheint, ist doch gut zu erkennen, wie groß die Arbeitserleichterung durch moderne Technik für den Landwirt war. So erhöhte sich die Arbeitsleistung des Melkers durch die moderne Einrichtung des Stalles um ca. fünfzig Prozent. Hierbei wird besonders darauf hin gewiesen, dass der Anteil an körperlicher Schwerarbeit im Stall des Neuhofes sogar zurückgegangen war.

Neben dem Stall wurde eine offene Strohscheune gebaut. Hier wurde das geerntete Stroh gehäckselt und mit einem Gebläse auf den Dachboden des Stalles gefördert. Außerdem baute die Hanomag einen Schuppen für die zahlreichen Traktoren auf dem Hof sowie eine geräumige Maschinenhalle mit einer kleinen, aber gut ausgestatteten Werkstatt. Parallel zum Haupthaus gab es ein kleines Wirtschaftsgebäude, das eine Waschküche, einen Holzschuppen und eine Brennerei beherbergte. (Der Neuhof besaß auch ein Brennrecht.) Als Aufbau auf dem erwähnten Güllesilo entstand ein Düngerschuppen. Gleich nebenan standen die noch aus Gauthier’scher Zeit stammenden Gewächshäuser. Ebenfalls bereits vorhanden war ein Schweinestall, der jedoch von der Hanomag vollkommen umgebaut und modernisiert wurde. Um die zahlreichen Besucher entsprechend empfangen und bewirten zu können, baute man ein schlichtes Gästehaus. Ein Hühnerstall, unter dessen Dach auch eine Garage Platz fand, komplettierte den Hof.
Die Ausstattung des Betriebes mit Schleppern war für damalige Zeiten geradezu luxuriös. Im Geschäftsjahr 1954/55, zum Ende der Um- und Neubauphase, bestand der Fuhrpark aus einem Radschlepper R 12 für leichte Arbeiten wie die Heuernte, Pflegearbeiten, die Innenwirtschaft und als Transportmittel im Obstbau, einem Radschlepper R 19 für allgemeine Feldarbeit und einem Radschlepper R 35 für schwere Arbeiten wie Pflügen, die Arbeit vor dem Mähdrescher und große Transportaufgaben. Dazu kamen noch diverse, ständig wechselnde Schlepper, die nur für Versuche und Vorführungen auf den Neuhof gebracht wurden und nicht im regelmäßigen Betrieb eingesetzt wurden. Auch ein Hanomag L 28-Lkw war während der Bauphase auf dem Hof im Einsatz. Da er sich aber auch im täglichen Betrieb auf dem Hof sehr bewährte, stand er auch später noch zur Verfügung.

Die eigentliche Entwicklungsarbeit fand jedoch weiterhin in Hannover statt. Der Neuhof war für die Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung der Hanomag viel zu weit entfernt, um einen ständigen Austausch aufrecht zu erhalten. So war das Gut am Bodensee nur das letzte Glied in der Kette zur Serienreife, nämlich der Praxiseinsatz.


Jahr1959196019611962
Händler und Interessenten44727319579
Landwirte / Vereine11851662881571
Landjugend-Verbände986304669291
Journalisten, Architekten, ...41422934
Gesamt265922811774975


Natürlich war der Neuhof auch Anziehungspunkt für viele Fachleute und Interessierte aus dem In- und Ausland. Nicht nur die Hanomag-Händler, auch Ihre Kunden, Fachjournalisten, Berufsverbände, Vereine, Schüler- und Studentengruppen besuchten den Neuhof. Ab 1955, nach Fertigstellung der Bauarbeiten verfügte man auch über ein organisiertes Besucherprogramm. Neben Betriebsführungen gab es auch saisonabhängige Demonstrationen der inzwischen sehr detaillierten Arbeitsketten für die Bestellung und Ernte der verschiedenen Feldfrüchte. Im Gästehaus wurden Vorträge gehalten und Filme gezeigt. Auch die Bewirtung der Gäste erfolgte hier. In den zwölf Jahren des Versuchsgutes zählte man ca. 20.000 interessierte Besucher. Für die letzten vier Jahre sind detaillierte Zahlen erhalten.

Hanomag verkauft!

Die immer noch unbefriedigende Ertragslage im Schlepperbau wird einer der Gründe gewesen sein, warum die Hanomag den Versuchsbetrieb am Bodensee 1963 einstellte. So übernahm Direktor Merker, der ja schon seit 1951 der Eigentümer  war, den Hof und zog von Hannover nach Bambergen um. Der frischgebackene Landwirt machte sich mit viel Elan daran, seine Obstplantagen zu erweitern, und hatte die Anbaufläche bald auf 18 ha vergrößert. Ein neuer Hähnchenmaststall erweiterte den Hof ab 1965. Leider war Merker als Landwirt nicht sehr erfolgreich. Die erzielten Gewinne reichten bei weitem nicht aus, so dass der Hof 1969 erneut zum Verkauf stand.

Walter Plessing

Die neuen Eigentümer, Walter und Ruth Plessing aus Tamm bei Ludwigsburg, bewiesen von Anfang an eine glücklichere Hand bei der Führung des Hofes. Die Milchkühe wurden durch Ammenkühe ersetzt, und man begann mit der Bullenmast. Außerdem wurde fast der ganze Obstbaumbestand gerodet, alle Schweine wurden abgeschafft und der Schweinestall abgerissen. Nach verschiedenen Zukäufen umfaßte der Neuhof etwa 120 ha.

1983 begann Walter Plessings Sohn Gerhard wieder mit der Schweinemast, die er aber schon 1985 durch die Putenmast ersetzte. Von 1998 -2008 wurden zusätzlich 2500 Weidegänse gehalten. 1999 übergaben Walter und Ruth Plessing den Betrieb an Sohn Gerhard und seine Frau Ulrike. Diese gaben die Putenmast bereits im Jahr 2000 an seinen Sohn Uwe weiter.

Jedem seinen Vogel

Nach dem Motto: "Jedem seinen Vogel" gibt es auf dem Neuhof Puten und Flugzeuge. Die alten Stallungen, Scheunen und Maschinenhallen sind zum größten Teil zu geräumigen Putenställen umgebaut worden.

Das kleine Flugunternehmen FlugundBild befindet sich ebenfalls auf dem Neuhof. Den alten Düngerschuppen über der Güllegrube hat der Pilot Gerhard Plessing zum Hangar für sein Ultraleichtflugzeug und Tragschrauber sowie als Ausstellungsraum für seine schönsten Luftbilder umgestaltet. Die Start- und Landebahn befindet sich ebenfalls direkt am Hof. So arbeiten und leben heute vier Generationen der Familie auf dem Neuhof. In der bewegten Geschichte des Betriebes ist auch das etwas ganz Neues.

Hier finden Sie alles zum Flugunternehmen: www.flugundbild.de

Literatur:

  • Hanomag in Wort und Bild, Sonderheft, herausgegeben von der Hanomag-Werbeabteilung, Hannover-Linden, Nr. 14, Februar 1956
  • Margarete Bechtold: Ein deutsches Kindertagebuch in Bildern 1933-45, Edition Kore, Freiburg, um 1990
  • Bodenseekreis / Stadt Friedrichshafen Leben am See, Band 18, Jahrbuch des Bodenseekreises 2001, Verlag Senn, Tettnang